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Dr. Friedrich Schöchl

 

Yacht-Pool-Geschäftsführer

Begleitwort

Die Charterbranche ist ein relativ junger Wirtschaftszweig. Er entstand in den 70er Jahren und entwickelte sich in den folgenden Jahren kontinuierlich mit beachtlichen jährlichen Zuwachsraten. Dieser Trend hielt bis heute an. Konjunkturelle Schwankungen ließen die Branche unberührt, weil die Nachfrage zu jedem Zeitpunkt das Angebot überwog. Denn die chartergeeigneten Schiffe mussten ja erst entwickelt und gebaut werden. Erst in jüngster Zeit scheint ein gewisser Sättigungsgrad auf der Angebotsseite gegeben zu sein.

Mit der zunehmenden Entwicklung des Umfanges der Charterbranche wuchsen auch die Werte der Schiffe, die in der Vercharterung eingesetzt wurden und damit auch das potenzielle Schadenrisiko. Und überproportional dazu entwickelten sich auch die Service und Reparaturkosten (insbesondere im Mittelmeer).

Beides führte dazu, dass Schäden am Schiff zunehmend ein ernsthafter Kostenfaktor für den Vercharterer wurden. Die Sachschäden am Schiff werden deshalb mit zunehmend steigenden Kautionen auf den Charterer übertragen. In der Regel deckt die Kaution den Selbstbehalt, den der Vercharter gegenüber seinen Kaskoversicherer hat. Aber dies ist nicht das einzige Risiko, das den Skipper bzw. die ganze Crew trifft und ist im Übrigen ein Risiko, das zumindest der Höhe nach von vornherein bekannt und damit noch überschaubar ist. Problematischer sind die mit unter weit darüber hinausgehenden Haftungsfragen.

Denn der Skipper, der die Verantwortung für die Führung eines Schiffes übernimmt, ist mit einer ganzen Reihe von Rechtsbereichen konfrontiert, die er zu beachten hat und deren bewusste oder unbewusste Missachtung eine Reihe von haftungsrechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Für den Charterskipper gelten dabei im Grunde die gleichen rechtlichen Bestimmungen wie für jeden anderen „Freizeitskipper“. Der gravierende Unterschied zwischen der Haftung des „Freizeitskippers“ und dem Berufskapitän, deren Verantwortungsumfang dem Grunde nach identisch ist, besteht allerdings darin, dass der „Freizeitskipper“ und damit auch der Charterskipper für Personen und Sachschäden, die er schuldhaft verursacht, persönlich uneingeschränkt und der Höhe nach uneinschränkbar haftet. Und zwar mit seinem gesamten gegenwärtigen und zukünftigen Vermögen. Die Haftung geht also viel weiter als die des Berufskapitäns. Denn der haftet nur für Schäden bis zur Höhe des Zeitwertes und der Ladung des Schiffes. Und da die Haftung des Skippers nach oben nicht begrenzt ist, ist dies ein Thema das von jedem Skipper ernst genommen werden sollte.

Erschwert wird die gesamte rechtliche Problematik, weil Charter zum größten Teil im Ausland stattfindet und damit auch (unbekanntes) ausländisches Recht zur Anwendung kommen kann.

Da die Literatur zu dieser gesamten Rechtsproblematik noch sehr dünn ist, hat sich YACHT-POOL der Ausarbeitung dieser für den Charterskippers wichtigen Rechtsfragen und deren finanziellen Risiken angenommen und als erste Gesellschaft entsprechenden Deckungskonzepte entwickelt, um diese Risiken zu minimieren.

Bei der Ausarbeitung dieser komplexen Rechtsfragen taten sich aber noch eine Reihe anderer Probleme auf, die einer Lösung bedurften und auf die in diesem Buch eingegangen wird.

Stellvertretend sei nur auf die Problematik der Charterverträge hingewiesen, die YACHT-POOL veranlasste mit einer Reihe von Charterfirmen die Initiative „Fair-Charter“ ins Leben zu rufen. Gemeinsam wurde ein ausgewogener Vertrag entwickelt, der unter dem Markennamen Chartervertrag in die gängigen Sprachen übersetzt nun als internationaler Vertrag vorliegt. Damit soll ein fairer Standart für alle Beteiligten geschaffen werden, dessen Ziel es ist, Missverständnisse und deren Folge vermeidbare rechtliche Auseinandersetzungen zwischen Charterer und Vercharterer zu minimieren, damit Charter ein möglichst ungetrübtes freudiges Erlebnis bleibt, das es zweifellos ist.

Wir freuen uns darüber, dass diese Problemlösungen in diesem Buch aufgegriffen und in verständlicher Form dargestellt wurden. Denn wir wissen aus unserer täglichen Praxis, dass in diesem Bereich noch viel Aufklärungsarbeit notwendig ist, um ein adäquates Problembewusstsein zu schaffen.

Und dies ist dem Autor, selbst auch „Freizeitskipper“, bestens gelungen.

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