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B-BL-UC1-Begleitwort-Bild- Haarmeyer-int.jpg (8060 Byte) Prof. Dr. Hans Haarmeyer


Professor für Wirtschafts- und Insolvenzrecht

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Begleitwort

Unternehmenskrisen sind zunächst einmal nichts anderes als die Realisierung des allgemeinen Risikos unternehmer-
ischen Handelns, nämlich der negativen Abweichung geplanter oder erwünschter Zielwerte wie z.B. Umsatz- oder Rentabilitätserwartungen. Das allgemeine betriebswirtschaftliche Verständnis geht daher auch zutreffend davon aus, dass es sich bei einer Krise um einen ungewollten, existenzbedrohenden Prozess handelt, der, wenn er nicht durch geeignete Maßnahmen gestoppt wird, zur Insolvenz des Unternehmens und, wenn nicht spätestens dort die mögliche Sanierung erfolgt, damit dem Ende bisheriger unternehmerischer Handlungsfähigkeit führt. Daran schließt sich jedoch zugleich die Erkenntnis an, dass eine Krise und selbst eine Insolvenz nicht zwangsläufig das Ende eines Unternehmens darstellen muss, vielmehr die Krise wie das reformierte Insolvenzrecht zugleich auch die Möglichkeit zu einer positiven Wende beinhaltet, was dann auch erklärt, warum z.B. im Japanischen die Worte Krise und Chance identisch sind.

Insolvenzen fallen auch nicht „vom Himmel“ , denn Unternehmenskrisen sind zeitraumbezogene Phänomene, die deutlich machen, dass die Erhaltung der Handlungsfähigkeit, also der Fähigkeit zum Um- oder Gegensteuern, voraussetzt, dass möglichst frühzeitig Fehlentwicklungen erkannt und ihnen mit geeigneten Mittel entgegen getreten wird. Vor diesem Hintergrund beginnt die Insolvenzvorsorge bereits mit der Existenzgründung und dem Bewusstsein, dass jedes unternehmerische Handeln risikoorientiert ist und es vielmals nicht rechtzeitig erkannte Kundenrisiken sind, die eigenes, erfolgreiches Tun existentiell bedrohen.

Krisen- und Sanierungsmanagement und dessen rechtliche Rahmenbedingungen sind ein Thema, mit dem sich die meisten Existenzgründer wie Manager erst dann befassen, wenn eine krisenhafte Entwicklung bereits so weit vor-
angeschritten ist, dass nur noch wenige wirkliche Handlungsalternativen zur Verfügung stehen, sodass es eigentlich auch nicht verwundert, dass der Eintritt der Insolvenz nach ganz übereinstimmenden Erkenntnissen zu mehr als 70% auf Managementfehlern beruht. Dabei ist das zentrale Phänomen, dass Unternehmen - unabhängig von ihrer Rechtsform - vornehmlich deshalb in die Krise oder Insolvenz geraten, weil sie keine systematische, institutionalisierte Frühauf-
klärung betreiben, aufkommende Krisenanzeichen ignorieren und zunehmend beratungsresistent werden, statt eine systematische Früherkennung mit der gleichen Entschlossenheit zu betreiben, wie dies in den Kernkompetenz-
bereichen des Managements regelmäßig erfolgt. Eine der Ursachen ist dabei gewiss auch, dass die Ausbildung des Managements in Deutschland den „Krisenkompetenzen“ nicht die notwendige Aufmerksamkeit hat zuteil werden lassen, eine Entwicklung, die sich nur langsam umsteuern lässt. Vor diesem Hintergrund kann es nur begrüßt werden, dass diese Defizite mit der vorliegenden Schriftenreihe zum Unternehmenscoaching offensiv angegangen werden und die Vermeidung von Insolvenzgefahren schon bei der Gründung eines Unternehmens ansetzt. Dem Gesamtprojekt kann man daher auch nur viel Erfolg und eine möglichst große Verbreitung wünschen.

Er ist Direktor des Deutschen Instituts für angewandtes Insolvenzrecht (DIAI), des Rheinland-Pfälzischen Zentrums für Insolvenzrecht und Sanierungsmanagement (ZEFIS) und Vorstand der Gläubigerschutzvereinigung Deutschland e.V. (GSV). Er ist Autor einer Vielzahl von Büchern und Kommentaren rund um Krise und Insolvenz sowie Gründer und Schriftleiter der größten insolvenzrechtlichen Fachzeitschrift, der Zeitschrift für das gesamte Insolvenzrecht (ZInsO).

Prof.Dr. Hans Haarmeyer
RheinAhrCampus - Remagen

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